Romande Energie – Jahresbericht 2025: Massive Steigerung des Gewinns durch operative Effizienzsteigerungen und strategische Neuausrichtung

Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 wurde am 31. März 2026 veröffentlicht.

Geschäftsjahr 2025 (FY 2025)

Der Umsatz ging um 5% auf CHF 788,483 Millionen zurück. Dieser Entwicklung beruhte auf dem Rückgang der Marktverkäufe überschüssiger Energiepositionen, dem niedrigerer Energieanteil in den Tarifen 2025 für Endkunden mit regulierten Tarifen und den geringeren Absatzmengen im freien Markt, insbesondere bei großen Unternehmenskunden.

Im Geschäftsjahr 2025 fand eine Reorganisation in vier Geschäftsbereiche statt:

  • Energie: Aufgrund eines herausforderndes Umfeld mit wetterbedingten Belastungen (Rückgang der Wasserkrafterzeugung inkl. Anlagenstillstand) sank sowohl der Umsatz (-6%) als auch das EBITDA (-24%). Das Volumen der Fernwärmeversorgung wuchs um 17%, die Solarstromproduktion verbesserte sich um 25%.
  • Grids: Behielt seine Position als »Eckpfeiler der Rentabilität« mit stabilem EBITDA und stabilem Umsatz. Ende des Geschäftsjahres 2025 wurde mit einem Smart-Meter-Rollout von 81% bereits die gesetzliche Vorgabe (2027: 80%) erreicht.
  • Markets: Der Betriebseinnahmen sanken (-20%), aber die Rentabilität bei EBITDA war wieder positiv.
  • Property: Der neu strukturierte Geschäftsbereich Immobilien verringerte seine Umsatzerträge (-5%) und erzielte bei der Profitabilität (EBITDA) knapp schwarze Zahlen.

Die Investitionsausgaben erreichten CHF 191 Millionen, wobei sich der Fokus auf Netzmodernisierung (CHF 93 Millionen) und erneuerbare Energieinfrastruktur (CHF 73 Millionen) konzentrierte.

Trotz der Umsatzschwäche konnte das EBITDA um 23 % auf CHF 152,493 Millionen gesteigert werden. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 19,3% (+470 bps). Das EBIT verdoppelte sich sogar nahezu auf CHF 38,6 Millionen (+112%). Die EBIT-Marge stieg auf 6,1% (+340 bps) an.

Der Gewinn pro Aktie belief sich auf CHF 3,40 (+226%).

Der operative Cash Flow vermehrte sich auf CHF 153,689 Millionen (+5%).

Es waren 1.512 Mitarbeiter/-innen (+1%) angestellt.

Strategische Ausrichtung

Die »Vision 2040« von Romande Energie bestätigt erneut das klare Ziel, die Westschweiz zur ersten klimaneutralen Region des Landes zu machen. Daher wurden folgende Ziele für das Jahr 20240 festgelegt:

  • Bewirtschaftung von bis zu 5 TWh jährlicher Kapazität an erneuerbarem Strom,
  • Steigerung der Eigenproduktion und
  • Aufbau eines umfassenden Digital Twin für Erzeugungs- und Verteilungsanlagen, der durch digitale Dienstleistungen potenziell einen erheblichen Beitrag zum EBIT leisten könnte

Basis für die »Vision 2040« ist die Strategie 2030 mit der Konsolidierung der finanziellen Leistungsfähigkeit. Führend dabei sind neuen Wachstumstreiber wie Digitalisierung, Flexibilität und Speicherung, der Ausbau der Fernwärmenetze und die Dekarbonisierung von Immobilien (erwarteter Umsatzbeitrag von 20%). Weiterhin wird ein Wachstum des bereinigten EBITDA von 50% gegenüber 2024 angestrebt (Erhöhung von CHF 121,2 Millionen auf CHF 170 Millionen bis CHF 190 Millionen).

Die Investitionsausgaben sollen in den nächsten fünf Jahren auf stabilem Niveau zwischen CHF 160 und CHF 200 Millionen pro Jahr verbleiben.

Organisatorisch hat sich Romande Energie neu ausgerichtet:

  • Personell:
    • Neuer CEO ab 1. September 2025: François Fellay
    • Neuer HR-Chef: Michel Rizzo
    • Neuer Head of Energy: Thibaud Weick
  • Ab 1. Juli 2025 ist eine neue Organisationsstruktur in Kraft, mit der jeder Geschäftsbereich die vollständige Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette hat. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird in dieser neuen Struktur reportet. Die neuen Geschäftsbereiche sind:
    • Grid: Alle Aktivitäten rund um Elektrizitätsverteilung, Glasfaser und Radionetze
    • Markets: Energievermarktung und Kundeninteraktion
    • Energy: Energieerzeugung und Wärmeerzeugung
    • Property: Immobilienentwicklung, Fernwärmegeschäft und Energieservices (ID GO Management SA, Romande Energie Services)

Zur Stärkung des Know-hows in Freileitungen im Geschäftsbereich Grid wurde SwissElix SA (ehemals IED Engineering AG, Schweiz) erworben.

Romande Energie erwarb die restlichen Anteile von Centrale Hydroélectrique de Bar SAS (Frankreich).

Die 20%-ige Beteiligung einer verbundenen Partei an Romande Energie Services wurde übernommen. Damit ist die Romande Energie Gruppe alleiniger Aktionär des Unternehmens.

Parallel zur Reorganisation setzte Romande Energie auf mehrere operative Hebel zur Kostenoptimierung: Angleichung der Einspeisevergütung für Solarstrom an Marktpreise, Maßnahmen zur Wiederverwendung überschüssiger Energie, verbesserte Prognoseverfahren für Energieerzeugung und -verbrauch sowie strenge Kontrolle der Betriebskosten.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2026 verzichtet Romande Energie wegen des sich schnell verändernden regulatorischen Umfelds, der erheblichen geopolitischen Unsicherheiten, den unvorhersehbare Witterungsbedingungen und den potenzielle Auswirkungen der Zollerhöhungen durch die USA auf die globale Energieversorgung auf finanzielle Erwartungen.


Der vorstehende Artikel ist eine stark verkürzte Analyse des Halbjahresberichts von Romande Energie.

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