Siemens – Quartalsbericht Q3 2026: Digital Industries stützt das Ergebnis, Elektrifizierung den Auftragseingang

Der Quartalsbericht für das dritte Quartal 2026 wurde am 6. August 2026 veröffentlicht.

Drittes Quartal 2026 (Q3 2026)

Der Geamtumsatz von Siemens erhöhte sich um 7% auf EUR 20,794 Milliarden EUR (organisch: +8%). Treiber waren die Nachfrage aus dem Rechenzentrumsgeschäft sowie das Softwaregeschäft. Die Umsatzerlöse für des industrielle Geschäft verbesserten sich um 8% auf EUR 20,327 Milliarden (organisch: +8%) und profitierte von der guten bis sehr guten Performance in allen Divisionen.

Regional wuchs America am stärksten, vor Asia / Australia sowie Europe, CIS, Africa, Middle East.

Der Auftragseingang stieg um 13% auf EUR 27,902 Milliarden (organisch: +14%). Haupttreiber war Smart Infrastructure mit einer Zunahme von 40% resultierend durch Grossaufträge von Rechenzentrumskunden in den USA und Europa. Digital Industries und Siemens Healthineers verbuchten ebenfalls gute Zuwächse. Mobility lag unter dem hohen Vorjahreswert, gewann aber Aufträge in der Schweiz, in Grossbritannien und in Deutschland (0,6 Milliarden EUR).

Alle Territorien wiesen ein Plus beim Auftragseingang aus. Regional stach America mit und USA und Deutschland mit jeweils fast 20% Steigerungsrate hervor.

Das Book-to-Bill-Verhältnis betrug 1,34.

Der Auftragsbestand betrug EUR132 Milliarden.

Das Ergebnis Industrielles Geschäft erhöhte sich um 25% auf von EUR 3,524 Milliarden. Die Marge kletterte auf 17,3% (+240 bps). Den grössten Beitrag leistete Digital Industries mit einem Plus von +44% und einer Marge von 18,7% (+420 bps). Smart Infrastructure und Siemens Healthineers stützen ebenso das Ergebnis. Mobility verzeichnete sowohl beim Gewinn als auch bei der Marge eine kleinen Verlust aus.

Der Gewinn pro Aktie belief sich auf 2,93 EUR.

Der Free Cash Flow erhöhte sich auf EUR 4,148 Milliarden (+42%).

Im dritten Quartal 2026 erwarb Siemens eigene Aktien für EUR 943 Millionen EUR.

Strategische Ausrichtung

Der Vorstand wurde von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert: Veronika Bienert übernahm zum 1. April 2026 das Finanzressort von Ralf P. Thomas, Peter Koerte verantwortet seit 1. Juli 2026 zusätzlich Smart Infrastructure.

Die Entscheidung zur Abspaltung der Siemens Healthineers-Aktien wird für die Siemens Hauptversammlung im Februar 2027 vorbereitet.

Mit dem Zukauf des Kerngeschäfts der MERMEC Group (Italien), ein Anbieter von Bahnsignaltechnik sowie Diagnostik‑ und Messtechnologien stärkt Siemens die Diagnostik und Messtechnik sowie erweitert die Zugsicherungsaktivitäten und den Marktzugang in Italien. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet.

Zur Stärkung des EDA-Geschäfts wurden zwei ergänzende Technologieakquisitionen getätigt:

  • Übernahme von Defacto Technologies (Frankreich), Softwareunternehmen für elektronische Datenarchitektur (EDA), um sein EDA-Portfolio um die automatisierte SoC-Designentwicklung zu ergänzen.
  • Akquise von übernimmt Precision Innovations (USA), Softwareunternehmen für die elektronische Designautomatisierung, um die KI-gestützte Entwicklung und Optimierung von System-on-a-Chip-Lösungen auszubauen

Folgende strategische Partnerschaften zur Stärkung der Thematik KI ging Siemens ein:

  • IFS (Schweden, Großbritannien), um den gesamten Produktlebenszyklus mit industrieller KI vom Entwurf bis zur Wartung abzudecken
  • Xometry (USA), um die KI-gestützte Lieferkettenintelligenz auszubauen und einen digitalen Faden vom Entwurf bis zur Beschaffung zu schaffen
  • HighByte (USA), um eine einheitliche Dateninfrastruktur für industrielle Abläufe bereitzustellen

Der »Eigen Engineering Agent«, eine speziell für die Automatisierungstechnik entwickelte KI, wurde im Markt gelauncht.

»Siemens Intelligence Center X«, Teil von Siemens Xcelerator, wurde in den Markt eingeführt und unterstützt Kunden bei der Skalierung ihrer digitalen Transformation mit produktionsreifer industrieller KI. Das Intelligence Center X verbindet Industriedaten, Arbeitsabläufe und KI-Agenten in einem einheitlichen System.

Siemens investiert EUR 300 Millionen in den Ausbau der Schaltanlagenfertigung in Deutschland an, um die Fertigung von hocheffizienten Energieverteilungssystemen für Rechenzentren, E-Mobilität und industrielle Automatisierung zu erweitern. Diese Investitionen betreffen die Erweiterung der beiden Werke in Frankfurt und einen neuer Zulieferstandort in Offenbach.

Der Siemens Campus Erlangen ist mit der Eröffnung von Modul 8 fertiggestellt. Damit ist die Konsolidierung der Siemens-Standorte im Grossraum Nürnberg abgeschlossen.

Ausblick


In einem weltweit, sich stabilisierenden konjunkturellen Umfeld passte Siemens erneut die Ziele für das Geschäftsjahr 2026 an:

  • ein organisches Umsatzwachstum zwischen +6% und +8%,
  • ein Book-to-bill-Ratio größer 1 und
  • einen Gewinn pro Aktie zwischen EUR 11,20 bis EUR 11,50

Für die Divisionen wurden die Ziele für das Geschäftsjahr 2026 wie folgt angepasst:

DivisionUmsatzwachstum
(auf vgl. Basis)
EBITA-Magin
Digital Industries7% bis 10%17% bis 19%
Smart Infrastructure10% bis 11%18,5% bis 19,5%
Mobility5% bis 7%8% bis 10%

Der vorstehende Artikel ist eine stark verkürzte Analyse des Quartalsberichts von Siemens.

Die infogralis AG bietet natürlich auch detailliertere Analysen zur wirtschaftlichen Lage und Strategie Ihrer Wettbewerber an. Falls Sie oder Ihr Unternehmen einen tieferen Einblick zu diesem oder anderen Markteilnehmern wünschen, kontaktieren Sie uns unter info@nullinfogral.is.

Zu weiteren Information:

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!


Links zum Geschäftsbericht von Siemens: